Corona und Reisen

Corona: Aktueller Stand der Infektionen

"Die große Frage vieler Endkunden ist derzeit: Kann ich meine ab April geplante Reise aufgrund der aktuellen Reisewarnung, für die es keine zeitliche Befristung gibt, kostenlos stornieren? „Eher nein“, heißt die nicht ganz eindeutige Antwort darauf.

Grundsätzlich haben Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes nie eine zeitliche Begrenzung: Irgendwann kommt der Tag X, an dem sie aufgehoben wird. Wann dies im Fall Corona sein wird, ist zurzeit offen.

Aus Sicht des Reiserechtlers Ernst Führich ist grundsätzlich eine Absagefrist von vier Wochen vor der jeweiligen Reise zumutbar. Reiserechtlich gelte für Pauschalreisen, dass die „erhebliche Beeinträchtigungen durch die Corona-Pandemie während der Reise bestehen“ müsse. Problematisch sei zurzeit, dass „wir alle nicht wissen, wie sich diese Katastrophe entwickelt“.

Der Deutsche Reise Verband (DRV) sieht die Situation so: „Eine kostenlose Stornierung wegen des Vorliegens außerordentlicher Umstände ist immer dann möglich, wenn zum Stornierungszeitpunkt mit erheblicher Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen ist, dass die Durchführung der gebuchten Reise aufgrund der außerordentlichen Umstände erheblich erschwert ist.“

Genau diese Wahrscheinlichkeit gilt aktuell für Reisen bis Ende März. Darüber hinaus jedoch nicht – auch wenn schon jetzt davon auszugehen ist, dass der Zeitraum deutlich länger werden wird.

Fakt ist: Kein Reiseveranstalter wird seine Gäste in ein Risikogebiet reisen lassen. In diesen Fällen werden Reisen grundsätzlich abgesagt. Der Kunde kann die stornierte Reise dann kostenlos umbuchen oder erhält sein Geld zurück. Künftig könnte es freilich so sein, dass die Veranstalter vorübergehend nur noch Reisegutscheine ausstellen: Müssen sie weiter auszahlen, sind sie nicht mehr lange zahlungsfähig.

Grundsätzlich hat die Branche den Slogan ausgegeben: „Retten Sie den Tourismus! Buchen Sie um statt zu stornieren!“ Der Hashtag auf internationaler Ebene lautet: #dontcancelmodify.

Zur Meldung über die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes geht es hier.

(touristik aktuell 19.03.20)